KI und das Schreckgespenst Bias

Künstliche Intelligenz? Ja genau, der nächste billionenschwere Hype, die Lösung für alle Probleme jedes Unternehmens und der Menschheit überhaupt. Der Drops mit Digitalisierung und Transformation ist schon lange gelutscht, sorgt gelegentlich noch für etwas Aufregung.

Aber bei dem Begriff KI läuft es einem immer noch leicht über den Rücken – man denkt unweigerlich an den Film Terminator und der Aufstand der Maschinen‘. Wie wohl bekannt, haben diese irgendwann einmal beschlossen, die Menschheit sei überflüssig und sogar gefährlich für den Planeten – und haben die Menschheit deshalb ausgerottet. Naja, nicht ganz, sonst wäre der Film ja schon nach fünf Minuten zu Ende und es gäbe nichts Weiteres zu erzählen.

Aber erst einmal Entwarnung: heutige KI-Systeme sind von echter Intelligenz – wenn es sowas geben sollte – in etwa so weit entfernt wie das Brain einer Stubenfliege von Albert Einstein. Aber man weiß ja nie, wie schnell sich dieses Computerzeugs entwickelt …

1. das Problem

Nehmen wir doch mal meinen uralten Texas Instruments TI-30 von damals. Dort tippe ich eine beliebig hohe 5-stellige Zahl ein und ziehe davon per Subtraktion jetzt irgendetwas ab. Einfach – und auf das Ergebnis des TI kann ich mich zu 100 Prozent verlassen.

Jetzt ins nächste Jahrhundert und zu einem Vergleichsportal im Internet. Dort frage ich z.B. die günstigsten Angebote für einen Kredit ab und bekomme das Ergebnis im Vergleich von 100 Banken in richtiger Reihenfolge angezeigt. Jetzt ist es aber an mir zu entscheiden – gibt es evtl. irgendwelche Zusatzfeatures wie Ratenpause oder ist mir eine bestimmte Bank besonders sympathisch? Ich entscheide!  

Und jetzt genau hier kommt das eigentliche Problem mit KI-Systemen – die KI entscheidet! Das Problem: ist das Ergebnis, was die KI ermittelt hat überhaupt richtig? Und ist die Entscheidung, die KI auf dieser Basis getroffen hat, überhaupt richtig? Und wie können wir das überhaupt feststellen?

Ok, das Problem ist jetzt noch etwas abstrakt und schwirrt so in der Luft. Also ein Beispiel: ein großer Konzern erhält pro Jahr mehrere zehntausende Bewerbungen auf alle möglichen Stellen. Um jetzt die HR [Personalabteilung] zu entlasten, wird ein KI basiertes System eingeführt, was schon mal im Vorwege völlig ungeeignete Bewerber für eine bestimmte Stelle anhand von Lebenslauf und anhand von Vergleichen mit der Besetzung ähnlicher Positionen herausfiltern soll – prima, läuft!

Jetzt wird eine höhere Management- oder Abteilungsleiterposition neu ausgeschrieben, viele Bewerbungen gehen ein und das KI-System schlägt auf einmal nur noch männliche, weiße und Ü40 Bewerber vor – nix mehr mit weiblich, mit Migrationshintergrund und jünger, obwohl fachlich durchaus erfahren, geeignet und wertvoll für das Unternehmen??

Und es kommt noch schlimmer, es stellen sich auch ethische Fragen! In KI-basierten Systemen im Gesundheitsbereich können Krankheitsdiagnosesysteme z.B. in der Radiologie bestimmte Muster im Gewebe und damit Tumore schon im Frühstadium erkennen oder auch nicht – und entscheiden somit … über Leben und Tod!

Ok, jetzt nicht mal so schwarzmalen und einfach mal den gesunden Menschenverstand gegen den Rechenknecht einsetzen. Aber dennoch wird mit KI eindeutig eine rote Linie überschritten und die grundsätzliche Frage lautet: wie erkennen, kontrollieren oder besser wie verhindern man diesen Bias in der KI?

2. der Bias

So what? Der Begriff kommt aus der Psychologie oder genauer Verhaltenspsychologie und bezeichnet das Phänomen einer Verzerrung – in einer Umfrage kann durch gezielte suggestive Fragestellungen zu einer bestimmen Aussage hingeführt oder gezwungen werden, um damit bewusst oder unbewusst ein bestimmtes gewünschtes Umfrageergebnis zu erzielen.

Wie antworten wie auf eine Frage? Nun, zuerst ist da mal unsere Erfahrung, die wir in unserem Leben bisher gesammelt haben – verabschiede dich von der Mär objektiver Erfahrungen – Wahrnehmung ist immer subjektiv, selektiv und aktiv. Diese Erfahrungen sind unsere Datenbasis!

Und weiter? Nun, jetzt kommt es auf die Fragestellung an. Enthält die Fragestellung z.B. durch bestimmte Formulierung eine Wertung in die eine oder andere Richtung? Bin ich dadurch vielleicht gleich einverstanden mit der einen oder anderen Aussage? Diese Fragestellungen ist die Programmierung!

[und selbst ich als rein logisch denkender Vulkanier falle darauf gelegentlich immer noch rein]

Und genau so funktionieren auch KI basierte Systeme und genau hier liegen die Ansatzpunkte zu Optimierung und Kontrolle!

Datenbasis und Programmierung!

3. overfitted oder underfitted – Bias, Varianz und die ground line

What the hell? Wir bleiben erst einmal bei der Datenbasis, der Erfahrung eines KI-Systems und Basis der Entscheidungsfindung. 

Klar, ein solches System muss mit Daten ‚gefüttert‘ werden – z.B. mit Bildern eines sich anbahnenden Krebsgeschwürs in der Radiologie oder – weniger dramatisch – mit den typischen Merkmalen der Besetzung einer bestimmten Stelle für Personalentscheidungen.

Doch was passiert, wenn der Rechenknecht mit zu vielen Daten zur Mustererkennung gefüttert wird – overfitted? Wir erinnern uns, das Personalsystem schlägt auf einmal nur noch männliche Bewerber und Ü40 ohne Migrationshintergrund vor. Eben statistische Verzerrung oder Bias.

Und umgekehrt, was passiert, wenn der Rechenknecht mit zu wenigen Daten zur Mustererkennung gefüttert wird – underfitted? Klar, jetzt kommt bei jeder Abfrage alles Mögliche und nur keine klare Aussage raus. Eben Varianz oder völlige Uneindeutigkeit.

Und jetzt noch einmal ein kurzer philosophischer Schwenk: die echte und einzige Wahrheit gibt es natürlich nicht – man kann nur versuchen, sich einer von allen Seiten akzeptierten ground line anzunähern und die Datenbasis auf overfitted oder underfitted hin zu untersuchen und zu optimieren.

Im Personalsystem lässt man z.B. einfach die Angaben zu Geschlecht, Alter oder sonstige diffamierende Daten außen vor – was aber letztendlich noch nicht vollständig garantiert, dass die KI und der Algorithmus in dieser Hinsicht nicht doch noch etwas ausknobelt. 

4. die Abfrage

Und weiter im bunten Galopp, nachdem die Frage zur Datenbasis geklärt scheint. Und ebenso klar, selbst die dickste SQL Datenbank ist noch keine KI und liefert irgendwelche Mustererkennung oder Entscheidungen, dazu bedarf es jetzt schlauer Programmierung.

… Fortsetzung folgt!

Genial Schreiben – ja wirklich!

… oh no, nicht noch so ein schlaubi Schlumpf Motivationsgeschwafel und Ratgeber – egal, reinziehen und Lesezeit nur 3 Minuten! … wenn du lesen kannst

Ok, der Abgabetermin deiner Hausarbeit steht schon drohend und apokalyptisch vor der Tür – und wirft schon dunkle Schatten voraus?

Oder du musst im Job irgendeinen Report oder Dokumentation oder sonstigen Schwachsinn zu was auch immer dringend abliefern? [z.B. ‘mein Konzept nach ITIL zur E2E seamless Prozesskette im IT Sevice’]

what ever

Panik! – völlige Schreibblockade in deinem Brain und du weißt nicht, wie und vor allem wo anfangen? Nix, niente, nada … gähnende Leere im Brain – oder völliges Durcheinander und Konfusion [nein, nicht Kernfusion – das ist wieder was anderes, dann leuchtet es dir aus den Ohren]

Zuerst gilt es Ruhe zu bewahren, alles wird gut… und: ‘Der Gelassene ist immer erfolgreicher als der Getriebene!’ [Konfuzius]

Oder war es doch andersherum? ‘Der Erfolglose ist immer gelassener als der Erfolgreiche’ … egal

Versuche doch einfach mal folgendes Vorgehen und die strukturierte Methode mO mit erprobten HowTos zur Umsetzung – extra im Text fett markiert – und es läuft, garantiert!

puh … also erst mal wieder runterkommen und weiter:

1. Brainstorming

– zuerst einmal: nicht gleich an den Laptop – nehme dir erst einmal einen Block [ja genau, dieses komische Dings aus Papier und noch überall käuflich zu erwerben] und einen Kugelschreiber – old school

– jetzt überlege dir einfach, was du als Nächstes eigentlich schreiben willst – um was geht es als Nächstes?

– nehme dir dabei nicht zu viel vor, immer der Reihe nach – der Rest kommt schon noch

– Alles, was dir jetzt dazu einfällt, was du gelesen hast, was du zitieren willst und was unbedingt rein muss – aufschreiben, egal in welcher Reihenfolge – aufschreiben !!!

– in dieses Brainstorming kannst du auch noch Unterstreichungen, Nummerierung [wichtig=1 oder völlig unwichtig=5] oder Pfeile von einem Punkt zum Nächsten einbauen, um dir Zusammenhänge zwischen versch. Punkten besser zu visualisieren

– in etwa so – und tobe dich da richtig aus – je wilder desto besser – und schreie einfach mal deinen Kollegen, deinen Freund oder Freundin oder deine Mutter an … kannst dich nachher ja noch dafür entschuldigen … aber raus damit! [und vielleicht so schreiben, dass du es am nächsten Tag auch noch lesen kannst]

 

– und nehme dir Zeit dafür – das Ganze muss nicht auf einmal fertig werden – wenn dir später noch was einfällt, gut und immer rein damit!

2. Struktur und Konzept

– jetzt rupfe diesen Zettel raus aus dem Block und lege in neben eine leere Seite deines Blocks [dieses komische Dings aus Papier]

– versuche jetzt, dieses wilde Durcheinander in eine sinnvolle Reihenfolge oder Argumentationskette zu bekommen

– versuche einen gewissen Spannungsbogen aufzubauen, also den Leser erst mit allgemein Bekanntem abzuholen, um dann weiter und tiefer ins Thema einzusteigen

– versuche, Zusammenhänge zwischen den einzelnen Punkten herzustellen – durch Wiederholung oder Verweis auf vorherige Punkte, wiederhole Wichtiges – so wird das Ganze rund und geschmeidig für den Leser

– alle bereits ins Konzept übernommene und übertragene Punkte im Brainstorming Zettel dick durchstreichen, damit du den Überblick behältst

3. Text

– so, jetzt an die Tasten, an den Laptop und los

er dann und erst jetzt in aller Ruhe an sprachlichen Feinheiten und Formulierungen feilen

– keine kilometerlangen Bandwurmsätze schreiben – klar – aber auch nicht in den Schreibstil eines Viertklässlers verfallen!

– der Satzbau und Schreibstil sollte für den Leser schon herausfordernd sein und damit deine Souveränität im Umgang mit dem Thema ausdrücken

– nicht jeden Fachausdruck immer gleich erklären, sondern einfach mal so im Raum stehen lassen und weiterschreiben – und den Leser dumm dastehen lassen [Ok, nicht übertreiben damit!]

– denke auch immer an den Leser und die Zielgruppe, die du mit deiner Schreibe erreichen und begeistern möchtest – für wen schreibst du?

– was auch hilft: lese das, was du da gerade geschrieben hast, dir selbst einfach mal laut vor – oder aufnehmen und abspielen – ja wirklich! – und höre dir dann selbst zu – mal ausprobieren!

– zum Schluss – ok Geschmackssache: bleibe frech, provokant und crazy in deinem Style – der Leser muss sich min. zweimal pro Seite denken: ‘Nee, das hat der doch jetzt nicht wirklich geschrieben?’

– zum Schluss 2 – nicht, aber überhaupt nicht irgendwie politisch werden – das hat in einer seriösen wissenschaftlichen Arbeit nichts zu suchen – vielleicht auf fazebuk!

So verhinderst du Langeweile, eingeschlafene Füße und hältst den Leser wach und faszinierst am Ende mit deiner Schreibe!

4. Also

– erst Brainstorming und Gedanken sammeln – egal wie durcheinander – old school auf Papier, wichtig! … haptisches und sensorisches Erlebnis usw.

– dann dieses wilde Durcheinander irgendwie in eine Struktur oder Argumentationskette bringen

– dann erst den Laptop anmachen und an Sprache und Ausdruck feilen …

– und wenn überhaupt nichts mehr läuft: eine Runde Joggen oder spazieren gehen, um den Kopf wieder frei zu bekommen!

Sicher, das funktioniert ... und los!


the nextGen IT – 522

„Do you see difficulties in every new opportunity or opportunities in every new difficulty?“

Lesezeit 4 Minuten

um es gleich auf den Punkt zu bringen:

der Informations- und Kommunikationstechnologie kommt in heutigen Unternehmen ohne Zweifel eine überragende Rolle hinsichtlich Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zu und diese Bedeutung wächst stetig. 

Doch wie muss eine typische IT-Abteilung im Unternehmen heute aufgestellt sein, um dieser Rolle voll und ganz gerecht zu werden?

Hier gibt es neue Ansätze!

1. Daily Business

Zunächst einmal sollte die IT im Unternehmen im Tagesgeschäft völlig geräuschlos und im Hintergrund laufen. Die originäre Aufgabe hier besteht darin, alle Systeme optimal am Laufen zu halten und den Anwender mit seinen Fragen zusätzlich perfekt zu unterstützen und mit einem Lächeln im Gesicht zu hinterlassen. 

Zentraler Bestandteil ist natürlich ein schlagkräftiger Service Desk, der am besten eine über 100 Prozent Erstlösungsquote aufweisen kann.

Mit Auswertung von Zahlen aus der Vergangenheit, mit Definition von prädiktiven Kennzahlen und Einsatz von KI [python] sowie mit ständigem Testen von typischen Anwendungsszenarien können hier mögliche Software- oder Userfehler schon im Vorfeld ermittelt werden – also noch bevor sie auftreten – und entsprechend proaktiv darauf reagiert werden.

Weiter muss der Service Desk entsprechend qualitativ und quantitativ aufgestellt sein, sollte trotz allem dennoch mal ein Fehler durchdringen. 

Als simples Beispiel lässt sich etwa das zu erwartende Anrufaufkommen an einem bestimmten Wochentag – vormittags oder nachmittags – durch Auswertung von Vergangenheitsdaten ermitteln und die Hotline entsprechend besetzen – kein Anwender hängt gerne stundenlang in der Warteschleife.

Generelle Zielsetzung im daily Business muss eine positive und durch Kommunikation und Kooperation geprägte UX sein.

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2. Wertschöpfungsbeitrag

Generell läuft es heute immer noch so: die Fachabteilung kommt mit einer bestimmten Anforderung auf die IT zu, die IT ermittelt und sagt geht nicht oder geht doch und setzt dann diese konkrete Anforderung der Fachabteilung um.

Die Stoßrichtung hier muss jedoch eine Andere sein, da die Fachabteilung sowieso oftmals keine Ahnung hat. Vielmehr ist es Aufgabe der IT, neue technische Möglichkeiten und Trends hinsichtlich Mehrwert für das Unternehmen unter Beachtung von Compliance, Budget und Risikoabschätzung zu bewerten und für einen möglichen Einsatz im Unternehmen zu evaluieren.

In diesem strategischen Ansatz nimmt die IT nicht mehr die typische reaktive Position ein, sondern geht proaktiv und mit konkreten Vorschlägen auf die Fachabteilung zu. Die IT selbst wird zur aktiven und treibenden Kraft in der Weiterentwicklung der Infrastruktur, der Prozesse und Services und trägt so – im Rahmen der Unternehmensstrategie – proaktiv zur Steigerung der Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bei.

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3. Perspektive

Um der oben beschriebenen Aufgabe gerecht zu werden, muss die IT-Abteilung natürlich ihren heilen rosaroten Technikplaneten verlassen und auch andere Perspektiven einnehmen – so gibt es vielleicht neue technische Lösungen, allerdings recht teuer und der Verantwortliche im Controlling bekommt gleich einen Herzkasper. Oder es gibt faszinierende neue technische Lösungen, die in der Praxis jedoch nur wenig verändern und nur echte ITler begeistern können.

Ohne Zweifel, die Sachlage verkompliziert sich erheblich, sobald man seinen heilen rosaroten Technikplaneten verlässt. Bevor man sich jetzt in dem Dickicht und Details aus Strategie, Budget, Risiko und sonstigem völlig verirrt, gibt es eine einfache Lösung und Orientierung – die simple Frage: „was hat der Anwender bzw. Kunde oder das Unternehmen letztendlich davon?“

Eine solche komplexitätsreduzierende und einfache Metaperspektive hilft hier ohne Zweifel weiter!

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Digital 2020? – 837

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Lesezeit 4 Minuten

Digital 2020? Kurze Einordnung und eine Studie der Unternehmensberatung Kearney – 837

Schöne neue Welt! Da reibt man sich doch nur noch völlig verwundert die Augen und wähnt sich gleich im Jahr 2035:

 

Die Chinesen sind auf dem Mond gelandet, sammeln dort Steine ein und bringen diese auch noch auf die Erde zurück [vorerst noch unbemannt] – und sind auch schon auf dem Mars gelandet [vorerst ohne Steine zurück zu bringen und nur mit Raumsonde]!

Und die EU will den Hyperscalern wie AWS [schon seit 2006], Azure oder Google Cloud [beide 2010] mit GAIA-X Konkurrenz machen und damit zu einem besonders sicheren und vertrauenswürdigen, vor bösen Mächten geschützten, Technologie- und Datenknoten weltweit aufsteigen.

Weiter ist 5G und IoT in aller Munde – vollständig autonomes Fahren sowieso – und – etwas weniger dramatisch – endlich hat sich Home Office durchgesetzt, wir skypen und zoomen nur noch mit unseren Colegas. 

Sogar an Schulen gibt es endlich Tablets und digitale Lernplattformen.

 

Und sogar meine Steuererklärung kann ich mittlerweile digital über das Netz einreichen und von Dokumenten auf Papier wird explizit abgeraten. Hui!

 

Aber stimmt das alles wirklich? Wie sieht die digitale Realität 2020 wirklich aus?

Nun, EU GAIA-X scheitert wohl an nationalen Interessen und Datenschutzbestimmungen – schöne Grüße von der DSGVO – und zusätzlich befremdlich erscheint, dass auch Alibaba und Huawei – sicher auf völlig korrekten Ausschreibungswegen – zu den Gründungsunternehmen dieser besonders vertrauenswürdigen und sicheren EU Datenwolke gehören.

5G wird wohl nur in einzelnen Campus Hotspots als Ergänzung zum WLAN umgesetzt und es gibt immer noch Funklöcher [!], also nix Empfang, gar Nichts – und damit hat sich wohl auch IoT erledigt, wobei auch hier niemand genau weiß, was das denn sein soll – typisches Buzzword.

Mein Fitnessarmband und TV mit Netflix im WLAN reichen mir völlig und mein Kühlschrank soll bitte auch nichts völlig von alleine nachbestellen, das bekomme ich gerade so noch selbst hin – auch wenn ich mich dafür von meinem Laptop verabschieden und vor die Tür muss – grrrr.

 

Vom vollständig autonomen Fahren haben sich mittlerweile auch alle Automobilhersteller wieder verabschiedet – selbst Tesla – man freut sich ja schon, wenn das eigene Kfz im Stau selbständig bremst und wieder anfährt und halbwegs die Spur hält, nur in Baustellen bei gelben Fahrbahnmarkierungen halt nicht.

 

Naja, wenigstens Videochat funktioniert, wenn auch ohne die sonst so wichtigen sozialen und informellen Informationskanäle in der Kaffeeküche – und Schulen bekommen gleich 100 Eus pro Tablet, aber wie soll damit bitteschön die minderbemittelte Familie ihrem Knirps oder gleich mehreren ein Tablet damit bezahlen? Aldi?

 

Und meine voll digitale Steuererklärung ist auch raus – aber auch hier musste ich zuerst einen supergeheimen PIN Code beantragen, der mir dann per Post und berittenem Boten auf Papier zugestellt wurde. Prima!

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So, jetzt zur eigentlich wichtigen Betrachtung der deutschen Unternehmenslandschaft, hierzu gibt es eine interessante Studie der Unternehmensberatung Kearney mit dem Ergebnis:

 

Den deutschen Unternehmen fehlt der Mut bei der Digitalisierung und Transformation!

 

Kearney unterscheidet die befragten Unternehmen dabei in:

 

“digitale Verweigerer”:

Ja klar, ein Bekleidungshaus mit 175 Jahren Familientradition wird ihrer im Durchschnitt 85 Jahre alten Stammkundschaft keine neuen digital Paymentfunktionen via Smartphone anbieten. Hier liegen die Probleme tiefer.

 

“digital Klagende”:

Auch klar, habe ich ein Unternehmen irgendwo am Ende eines Industriegebiets und irgendwo im Osten, dann freue ich mich überhaupt über eine Internetverbindung – an Cloud mit großen Datenmengen ist hier gar nicht zu denken, lieber den eigenen Server im Keller weiter laufen lassen.

Zudem gibt es Fragen zum Datenschutz, personenbezogene Daten sollten doch besser auf Servern mit Standort D gespeichert werden – die Telekom Cloud mit eben diesen Standorten ist leider gescheitert und auch dem nordkoreanischen Hacker von Büro 121 ist es sowieso völlig egal, wo denn der Server jetzt im Netz hängt.

 

“risikoscheue Standard Digitalisierer 40%”:

Man muss eben mitmachen, irgendwie. Immer mehr Lieferanten und Kunden fordern eine digitale und voll integrierte E2E Lieferkette.

Vom eigentlichen Ziel der Digitalisierung – der Weitblick, Zielsetzung und Priorisierung – fehlt jedoch jede Spur.

 

“nicht disruptive Digitalisierer”:

Die neuen digitalen Potenziale sind wohl erkannt, dennoch möchte man sich vom bisherigen und Umsatz bringenden Geschäftsmodell nicht verabschieden – bitte keine Veränderung!

Auch hier fehlt oft Mut, eine langfristige Zielsetzung und klare Priorisierung – auf Digitalisierung muss aber konsequenterweise auch Transformation folgen.

 

“ambitionierte digital Getriebene”:

Digitalisierung und Potential sind vollständig erkannt, aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Mut ist vorhanden, aber auch hier fehlt oft langfristige Zielsetzung und klare Priorisierung.

 

So weit, so gut …

 

Organisationale Ambidextrie [Beidhändigkeit] heißt jetzt hier das neue Zauberwort und wird zum zeitgemäßen Modell im Rahmen des Digital Leaderships, Exploitation und Exploration!

Bestehendes optimieren und Neues erkunden – Effizienz und Innovation gleichzeitig vorantreiben und zusammenbringen – das wird zur Ausschlag gebenden Bedeutung in diesem Zusammenhang und in der aktuellen Situation.

 

 

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Soweit zum Thema “Digitalisierung und digitale Transformation 2020?” – spannend – und ich möchte mich gerne weiter mit diesem dringenden und wichtigem Thema befassen.

 

Weiteres auf Anfrage,

 

Vielen Dank für Deine Zeit / Kind regards – und ich hoffe etwas unterhalten zu haben

 

 

Die etwas andere Bewerbung 4.0 – das Gespräch – 838

das etwas andere Bewerbungsgespräch

Lesezeit 4 Minuten … viel Spaß beim Lesen

1. Content

Yo Bro and Sis – zuerst einmal herzlichen Glückwunsch- Applaus, Fanfare, Konfetti und Ghetto-Faust – du hast es geschafft und bist doch tatsächlich zu einem persönlichen Gespräch bei deinem Wunscharbeitgeber eingeladen. Sei stolz auf Dich und freue dich wie Bolle, denn du hast den nächsten entscheidenden Schritt in Richtung deines Wunschziels erreicht!

Trotz allem gilt es jetzt Ruhe zu bewahren, egal ob das Gespräch jetzt  mit einem Personalvermittler oder direkt mit einem  Verantwortlichen aus dem Unternehmen stattfindet – und egal ob Live und in Farbe oder per Videochat.

https://max800words.com/nonverbales-im-videocall

Einige Grundbetrachtungen gilt es zu überlegen und es gilt Vorbereitungen zu treffen, damit das Vorhaben auf ganzer Reihe zum Erfolg wird.

2. Einstellung

Zuerst einmal Obacht! Mache dir bewusst, dass du hier einem in Gesprächstechnik geschulten und trainierten Menschen – oder zwei und noch mehr – gegenübertrittst! Dieser Gesprächspartner wickelt     dich – wenn er gerade schlecht drauf ist – in null Komma nix um den kleinen Finger, ohne das du es überhaupt merkst.

Trotz allem, auch wenn es jetzt auf den ersten Blick im Widerspruch zur gerade getroffenen Aussage steht, behalte immer im Hinterkopf: dein Gegenüber ist dein Freund und nicht dein Feind!

Was also jetzt tun? Ziel muss es sein, das Gespräch nicht zu einem  Frage Antwort Verhör ausarten zu lassen sondern zumindest über weite Teile selbst die Zügel in der Hand zu halten. 

Allgemein nennt man diese Eigenschaft auch Präsenz zeigen oder halt Persönlichkeit – Jobs in denen diese Eigenschaft nicht gefragt ist können mich mal.

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3. Fragen

In aller Regel beginnt ein solches Gespräch erst einmal durch den Gesprächspartner mit einer besonders wortreichen und ausschweifenden Darstellung des Unternehmens, der besonderen Business Mission und zum Schluss mit dem, was denn eigentlich gesucht wird – langweilig – ab und zu mit dem Kopf nicken oder mit „… genau!“ oder mit „… ja sehr interessant!“ bestätigen.

Hat mein Gegenüber dann endlich fertig, folgt in aller Regel die Frage:

Ja Herr / Frau XYZ, dann erzählen Sie doch mal von sich!“.

Steilvorlage, die Antwort lautet:

Gerne Herr ZYX, ich weiß ja gar nicht, wo ich da zuerst anfangen soll.    

Wo gibt es denn einige spezielle spannende Punkte in meinem CV, die Sie besonders interessieren?

Das Prinzip ist einfach, ich nehme die Frage zuerst positiv auf, drehe sie einfach um und haue sie meinem Gesprächspartner wieder feste vor’s Schienbein! Und schon habe ich das Gespräch wieder in der Hand!

Und weiter geht es im bunten Galopp. Die Sache mit den Gegenfragen sollte man natürlich nicht überstrapazieren, klar. Es geht auch anders: Ausweichen!

Werde ich jetzt in fachlichen Fragen z.B. zu einer bestimmten Software und zu meinen Kenntnissen damit befragt, von der ich leider absolut keinen Plan habe, nix – überhaupt gar nix, so lautet die Antwort:

In meiner Branche sind doch Kenntnis in dieser Software absolut selbstverständlich!“ – fertig!

Oder man geht überhaupt nicht auf die Frage ein und sabbert irgendwas was völlig anderes vor sich hin.

Oder man erzählt zur Abwechslung mal einfach die Wahrheit und so wie es halt ist!

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4. Stärken und Schwächen

Mein absoluter Favorit!

„Ja Herr XYZ, wo sehen sie denn Ihre persönlichen Stärken … oder Schwächen … oder beides zusammen? [dazu gibt es doch tatsächlich Psychotests im Internet, die auch noch Kohle kosten!]

Ganz einfach: Es gibt keine Stärken und Schwächen, es gibt nur Eigenschaften und bestimmte Situationen!

Eine vermeintliche Stärke kann sich in einer bestimmten Situation als Schwäche erweisen und umgekehrt eine vermeintliche Schwäche als Stärke. Ich muss mir nur meiner Eigenschaften und der Situation, in der ich mich gerade befinde, bewusst sein und Beides entsprechend bewerten!

Wie nun? Wieder ganz einfach: da habe ich jetzt z.B. einen Report – zu was auch immer – mit den Zahlen des letzten Monats erstellt. Die Zahlen sind nach letztem Check alle korrekt, nur sieht der Report als Excel Tapete optisch noch nicht ganz so schick und überzeugend aus. Als absoluter Hundertprozent Perfektionist – klar, behauptet jeder von sich – könnte ich jetzt noch eine weitere Stunde in die Optik dieses Reports stecken, mir juckt es schon in den Fingern.

Jetzt betrachte ich völlig sachlich die Situation: der Report ist für intern, also nur für meine Colegas und ich habe noch jede Menge dringender anderer Arbeit auf dem Zettel – also egal, weg damit und weiter!

Anders sieht es natürlich aus, wenn dieser Report für höhere Gehaltsklassen bestimmt ist, eine andere Situation – da nehme ich mir dann natürlich noch die zusätzliche Stunde, um an der Optik zu feilen und dem Report den finalen WOW- Effekt zu verpassen.

5. zum Schluss

Alles durch gequatscht, prima! Fasse jetzt einfach nochmal zusammen, was du verstanden hast und um was es geht – kurz und knapp!

Dann bestätige einfach nochmals deinen eisernen, ritterlichen und irrwitzigen Willen, hier durchzustarten, zu übernehmen und völlig neue irre Ideen einzubringen.

Und zum Schluss trage dann völlig selbstverständlich vor: 

„Wann geht es los?“.

So, erst einmal habe ich fertig … immer noch Gratulation, Fanfare, Konfetti und Ghetto-Faust – und immer noch: dein Gesprächspartner ist dein Freund!

Kommentare und Meinungen [auch vernichtend] sind gerne erwünscht!

Bewerbung 4.0 – Vorbereitung und Strategie

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