Digital 2020? – 837

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Lesezeit 4 Minuten

Digital 2020? Kurze Einordnung und eine Studie der Unternehmensberatung Kearney – 837

Schöne neue Welt! Da reibt man sich doch nur noch völlig verwundert die Augen und wähnt sich gleich im Jahr 2035:

 

Die Chinesen sind auf dem Mond gelandet, sammeln dort Steine ein und bringen diese auch noch auf die Erde zurück [vorerst noch unbemannt] – und sind auch schon auf dem Mars gelandet [vorerst ohne Steine zurück zu bringen und nur mit Raumsonde]!

Und die EU will den Hyperscalern wie AWS [schon seit 2006], Azure oder Google Cloud [beide 2010] mit GAIA-X Konkurrenz machen und damit zu einem besonders sicheren und vertrauenswürdigen, vor bösen Mächten geschützten, Technologie- und Datenknoten weltweit aufsteigen.

Weiter ist 5G und IoT in aller Munde – vollständig autonomes Fahren sowieso – und – etwas weniger dramatisch – endlich hat sich Home Office durchgesetzt, wir skypen und zoomen nur noch mit unseren Colegas. 

Sogar an Schulen gibt es endlich Tablets und digitale Lernplattformen.

 

Und sogar meine Steuererklärung kann ich mittlerweile digital über das Netz einreichen und von Dokumenten auf Papier wird explizit abgeraten. Hui!

 

Aber stimmt das alles wirklich? Wie sieht die digitale Realität 2020 wirklich aus?

Nun, EU GAIA-X scheitert wohl an nationalen Interessen und Datenschutzbestimmungen – schöne Grüße von der DSGVO – und zusätzlich befremdlich erscheint, dass auch Alibaba und Huawei – sicher auf völlig korrekten Ausschreibungswegen – zu den Gründungsunternehmen dieser besonders vertrauenswürdigen und sicheren EU Datenwolke gehören.

5G wird wohl nur in einzelnen Campus Hotspots als Ergänzung zum WLAN umgesetzt und es gibt immer noch Funklöcher [!], also nix Empfang, gar Nichts – und damit hat sich wohl auch IoT erledigt, wobei auch hier niemand genau weiß, was das denn sein soll – typisches Buzzword.

Mein Fitnessarmband und TV mit Netflix im WLAN reichen mir völlig und mein Kühlschrank soll bitte auch nichts völlig von alleine nachbestellen, das bekomme ich gerade so noch selbst hin – auch wenn ich mich dafür von meinem Laptop verabschieden und vor die Tür muss – grrrr.

 

Vom vollständig autonomen Fahren haben sich mittlerweile auch alle Automobilhersteller wieder verabschiedet – selbst Tesla – man freut sich ja schon, wenn das eigene Kfz im Stau selbständig bremst und wieder anfährt und halbwegs die Spur hält, nur in Baustellen bei gelben Fahrbahnmarkierungen halt nicht.

 

Naja, wenigstens Videochat funktioniert, wenn auch ohne die sonst so wichtigen sozialen und informellen Informationskanäle in der Kaffeeküche – und Schulen bekommen gleich 100 Eus pro Tablet, aber wie soll damit bitteschön die minderbemittelte Familie ihrem Knirps oder gleich mehreren ein Tablet damit bezahlen? Aldi?

 

Und meine voll digitale Steuererklärung ist auch raus – aber auch hier musste ich zuerst einen supergeheimen PIN Code beantragen, der mir dann per Post und berittenem Boten auf Papier zugestellt wurde. Prima!

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So, jetzt zur eigentlich wichtigen Betrachtung der deutschen Unternehmenslandschaft, hierzu gibt es eine interessante Studie der Unternehmensberatung Kearney mit dem Ergebnis:

 

Den deutschen Unternehmen fehlt der Mut bei der Digitalisierung und Transformation!

 

Kearney unterscheidet die befragten Unternehmen dabei in:

 

“digitale Verweigerer”:

Ja klar, ein Bekleidungshaus mit 175 Jahren Familientradition wird ihrer im Durchschnitt 85 Jahre alten Stammkundschaft keine neuen digital Paymentfunktionen via Smartphone anbieten. Hier liegen die Probleme tiefer.

 

“digital Klagende”:

Auch klar, habe ich ein Unternehmen irgendwo am Ende eines Industriegebiets und irgendwo im Osten, dann freue ich mich überhaupt über eine Internetverbindung – an Cloud mit großen Datenmengen ist hier gar nicht zu denken, lieber den eigenen Server im Keller weiter laufen lassen.

Zudem gibt es Fragen zum Datenschutz, personenbezogene Daten sollten doch besser auf Servern mit Standort D gespeichert werden – die Telekom Cloud mit eben diesen Standorten ist leider gescheitert und auch dem nordkoreanischen Hacker von Büro 121 ist es sowieso völlig egal, wo denn der Server jetzt im Netz hängt.

 

“risikoscheue Standard Digitalisierer 40%”:

Man muss eben mitmachen, irgendwie. Immer mehr Lieferanten und Kunden fordern eine digitale und voll integrierte E2E Lieferkette.

Vom eigentlichen Ziel der Digitalisierung – der Weitblick, Zielsetzung und Priorisierung – fehlt jedoch jede Spur.

 

“nicht disruptive Digitalisierer”:

Die neuen digitalen Potenziale sind wohl erkannt, dennoch möchte man sich vom bisherigen und Umsatz bringenden Geschäftsmodell nicht verabschieden – bitte keine Veränderung!

Auch hier fehlt oft Mut, eine langfristige Zielsetzung und klare Priorisierung – auf Digitalisierung muss aber konsequenterweise auch Transformation folgen.

 

“ambitionierte digital Getriebene”:

Digitalisierung und Potential sind vollständig erkannt, aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Mut ist vorhanden, aber auch hier fehlt oft langfristige Zielsetzung und klare Priorisierung.

 

So weit, so gut …

 

Organisationale Ambidextrie [Beidhändigkeit] heißt jetzt hier das neue Zauberwort und wird zum zeitgemäßen Modell im Rahmen des Digital Leaderships, Exploitation und Exploration!

Bestehendes optimieren und Neues erkunden – Effizienz und Innovation gleichzeitig vorantreiben und zusammenbringen – das wird zur Ausschlag gebenden Bedeutung in diesem Zusammenhang und in der aktuellen Situation.

 

 

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Soweit zum Thema “Digitalisierung und digitale Transformation 2020?” – spannend – und ich möchte mich gerne weiter mit diesem dringenden und wichtigem Thema befassen.

 

Weiteres auf Anfrage,

 

Vielen Dank für Deine Zeit / Kind regards – und ich hoffe etwas unterhalten zu haben

 

 

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